DOXNET Education Day setzt ein Ausrufezeichen

Baden-Baden, 06.-08. September 2021. Der DOXNET Education Day war in diesem Jahr erneut in die Jahreskonferenz integriert. „Farbmanagement im Digitaldruck, Printing the Expected – Work smarter not harder“: der Titel gab die inhaltliche Richtung für gut 120 Minuten geballtes Fachwissen vor.

Der „Macher“ des diesjährigen Education Days, DOXNET-Vorstandsmitglied René Schumann, hatte unter dem Motto „Wissensvorsprung durch maßgeschneiderte Inhalte“ mit Dr.-Ing. Andreas Kraushaar, Leiter der Abteilung Vorstufentechnik bei der Forschungsgesellschaft Druck e. V. (FOGRA), und Arjen Goldschmidt, Application & Solution Manager bei Canon, zwei ausgewiesene Experten gewinnen können, denen es mit Bravour gelungen ist, dieses Leitmotiv in die Tat umzusetzen.

Die beiden Experten machten deutlich, dass sich das Farbmanagement in sehr großen Sprüngen weiter entwickelt hat. Die rasante Entwicklung im Highspeed-Inkjet und tonerbasiertem Digitaldruck stellt völlig neue Anforderungen an das Farbmanagement.

Besonders festzuhalten ist, dass die Kundenerwartungen im Dokumentendruck vielfältig und hoch sind: Schnelle Fertigung, hohe Qualität und geringer Preis. Die größte Erwartung ist dabei die Vorhersagbarkeit des Farbergebnisses schon in der Gestaltungsphase. Die Referenten stellten verschiedene Stufen dessen vor, was Kunden erwarten, daher ist insbesondere die Kommunikation mit den Kunden entscheidend, um die Erwartungen an Qualität im Detail abzusprechen und zu definieren, welcher Standard gewünscht ist. Wichtig dabei ist, beim Kunden eine Farbkompetenz aufzubauen. „Die Kunst ist, aus dem Wissen Können zu machen“, formulierte es Kraushaar.

Zweites Themenspektrum des Vortrags war „Offset versus Digital“. Kraushaar ging auf die einzelnen Unterschiede und deren Auswirkungen ein. Er stellte fest: Für den Kunden sind die Drucktechnologien letztlich irrelevant, für ihn ist die Qualität des Ergebnisses entscheidend. „Was effizient ist, muss nicht gleich wertig sein und umgekehrt“, sagte er.

Kraushaar betonte, dass Farbe keine Eigenschaft der physikalischen Welt ist, sondern eine Sinnesempfindung. Oder wie Goethe es formulierte: Farben sind Taten des Lichts.

Wenn Farben bewertet werden, muss unterschieden werden, ob die Bewertung bei Tageslicht- oder Kunstlicht erfolgt. Hinzu kommen noch weitere wichtige Einflussgrößen, die es zu beachten gilt. Die Experten zeigten auf, wie Farbe gemessen wird: Unterlage wählen, Messgerät nutzen, richtig einstellen und Messung ausführen. Der CIELAB-Wert ist dann das entscheidende Ergebnis.

Das Wechselspiel verschiedener Parameter beeinflusst den Output letztlich entscheidend. Die Qualität einer Messung hängt von einem guten Messumfeld ab. Und: „Wie bei jeder Messung gibt es auch bei der Farbmessung Toleranzen“, so Kraushaar. Relevant ist dabei auch die Wahrnehmung des menschlichen Auges. Denn: Farbe ist eine Wahrnehmung. „Eine Technik ist nur gut, wenn sie das widerspiegelt, was wir wahrnehmen“, hob Kraushaar hervor. Und Arjen Goldschmidt ergänzte: „Das menschliche Auge ist sehr empfindlich, wenn es um die Unterscheidung von Farben geht.“ Letztlich geht es immer um die Umsetzung des Leitspruchs: „Printing the expected“.

Beim Farbmanagement spielen die Absichten und Ziele eine wesentliche Rolle. „50 Prozent sind vom Geschmack abhängig“, sagte Kraushaar. Das Ziel ist immer die einheitliche Farbreproduktion, also die Umsetzung von der Referenz in eine einheitliche Farberscheinung. Am Ende muss aber klar sein: Farbmanagement ist kein „Color Magic“. Und: Ein sehr gutes Ergebnis kostet in allen Arbeitsschritten sehr viel Zeit. Ein weiterer Grundsatz lautet: Was maximal geht, macht nicht immer Sinn.

Zum Ende ihres Vortrags stellten die Referenten wichtige Standards in der Druckindustrie vor und betonten: „Wo man messen kann, braucht man nicht streiten.“

Goldschmidt und Kraushaar boten interessante Einblicke in eine spannende Materie. Der DOXNET Education Day vermittelte Grundlagenwissen mit Tiefgang von zwei absoluten Experten, die es sehr gut verstanden haben, ein komplexes Thema anschaulich zu beleuchten.

Wissensaufbau vom Feinsten: DOXNET-Vorstandsmitglied René Schumann hatte ein spannendes Programm mit starken Referenten organisiert. Oder anders ausgedrückt: „Der Education Day hat auch in diesem Jahr wieder geliefert“, wie es ein Teilnehmer formulierte.

 

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Über DOXNET:

DOXNET – The Document X-perts Network e.V. ist ein branchenübergreifender Fachverband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in Deutschland, Österreich und der Schweiz den Einsatz von Dokumentenmanagement-Technologien im Hochvolumenbereich zu fördern. DOXNET spricht Entscheider/Planer aus der ersten und zweiten Managementebene von Rechenzentren, Versicherungen, Banken, Druckdienstleistern, Digitaldruckereien und grafischen Betriebe sowie lT-Manager, Betriebs- und Organisationsleiter an. Für diesen Personenkreis bietet man Programme und Tagungen zum effektiven Einsatz elektronischer Dokumententechnologien an.

Der Verband betreut über 700 Einzelmitglieder aus rund 200 Firmen und Organisationen und wird durch einen elfköpfigen Vorstand aus Anwendern sowie Hard- und Softwareanbietern vertreten.

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